Schwangerschaft und CBD- Geht das?

Was ist Cannabidiol (CBD)?

Cannabidiol ist ein Bestandteil der Hanfpflanze. Während THC als Rauschdroge „Marihuana“ zu unrühmlicher Bekanntheit gelangte, hat Cannabidiol (CBD) im Bewusstsein der Öffentlichkeit bisher eher ein Schattendasein geführt. In neuerer Zeit kam dem medizinischen Cannabis, das weitgehend auf Cannabidiol basiert, jedoch eine zunehmende Bedeutung zu. 

Cannabidiol ist im Gegensatz zum psychoaktiven THC keine Rauschdroge. Cannabidiol entstammt THC-armen Hanfpflanzen, die heute von zertifizieren Unternehmen für medizinische Zwecke kultiviert werden dürfen. Nur für einige zugelassene Krebsmedikamente werden Cannabidiol-Präparate mit einem gewissen THC-Anteil erlaubt. THC ist ansonsten weiterhin illegal, während Cannabidiol mittlerweile in der Medizin mit hohem gesundheitlichen Nutzen legalisiert wurde.

Der Unterschied zwischen CBD und THC

Während das Tetrahydrocannabinol (THC) aus der Hanfpflanze als psychoaktive Rauschdroge bekannt ist, hat das Cannabidiol keine entsprechenden Eigenschaften. Es spricht vielmehr das menschliche Endocannabinoid-System an, das im Körper von allen Säugetieren zu finden ist. Jeder Mensch stellt in einem geringen Maß selbst Cannabinoide her. Diese übernehmen eine regulatorische Funktion im Organismus. 

Die über den gesamten Körper verteilten Endocannabinoid-Rezeptoren können daher auch von außen zugeführtes CBD verarbeiten. Sie können auch dieses für regulatorische Tätigkeiten einsetzen – zum Beispiel zur Schmerzbekämpfung oder gegen Übelkeit. Dadurch wird das CBD heute als medizinisches Cannabis in vielen Zusammenhängen als legales Hilfsmittel eingesetzt. 

Wirkung von CBD auf die Schwangerschaft

Werdende Mütter sollten generell sehr genau überlegen, was sie einnehmen. Der Grund liegt darin, dass alles Aufgenommene auch eine Wirkung auf den Embryo haben kann. Der Einsatz von CBD-Präparaten für werdende Mütter wird derzeit kontrovers diskutiert. CBD-Befürworter vertreten die Ansicht, dass eine Schwangerschaft stark belastende Symptome hervorrufen kann – von Übelkeit über Schmerzen bis hin zu Depressionen. Gegen solche Beschwerden zeigt CBD eine gute Wirkung. 

Medizinischer Hanf ist wegen seines minimalen THC-Gehalts keine Rauschdroge. Prinzipiell eignet sich medizinisches Hanf also auch für werdende Mütter. Viele Gegner weisen jedoch auf die Vorbehalte hin, die Hanfprodukten seit jeher entgegengebracht werden. Dennoch ist Vorsicht grundsätzlich angebracht, wenn es um ein ungeborenes Leben geht. Tatsächlich besteht wegen eventueller Risiken noch Untersuchungsbedarf. Schwangere Mütter sollten daher lieber vorsichtig sein, was die Verwendung von CBD angeht. Dennoch sollte immer eine Einzelfallentscheidung getroffen werden. 

Schwangerschaft

Ist CBD schädlich für das ungeborene Kind?

Bisher gibt es nicht genügend Studien zum Thema. Möglich wäre es aber. Zumindest haben sich amerikanische Geburtshelfer und Gynäkologen jüngst entschieden, Cannabidiol-Produkte nicht mehr an werdende Mütter zu vergeben. Die Wirkung von CBD auf das ungeborene Kind ist unklar. Niemand weiß genau, welchen Einfluss Cannabidiol auf werdende Mütter und das heranreifende Endocannabinoid-System des Kindes ausübt. 

Einige Studien weisen darauf hin, dass es durch CBD zu Störungen bei der Neuronen-Bildung oder dem fötalen Gehirnwachstum kommen könnte. Auch wenn es bei Cannabidiol gesundheitliche Vorteile gibt, von denen auch werdende Mütter profitieren könnten, sollten diese während der Schwangerschaft vorsichtig sein. Problematisch ist beispielsweise die Frage der Dosierung, die für werdende Mütter ungeklärt ist. 

Welche Vorteile kann Cannabidiol auf die Schwangerschaft haben?

Die meisten chronischen Schmerzzustände sind mit CBD-Präparaten gut behandelbar. Jedoch ist unklar, ob CBD derzeit einem allgemeinen Hype unterliegt, in dessen Verlauf auch nicht beweisbare Wirkungen beworben werden. Übertreibungen und unhaltbare Versprechungen sind bereits von vielen Superfoods bekannt.

Zwar sind einige der medizinischen Wirkungen von CBD bereits nachgewiesen. Es gibt aber noch keine genauen Erkenntnisse darüber, wie genau die Wirkung eintritt, worauf sie basiert und welche Dosierungen wann sinnvoll sind. Dem steht entgegen, dass es allgemein viele Fehlinformationen und Verwechslungen gibt, sobald es um Cannabis geht. Ohne profunde Kenntnisse über CBD oder ärztlichen Rat sollte CBD lieber nicht in der Schwangerschaft konsumiert werden. 

Zwar verfügen auch schwangere Frauen sowie ihre Föten über ein Endocannabinoid-System. Dennoch ist unklar, was der Einfluss von Cannabidiol auf das Ungeborene oder die Schwangerschaft bewirkt. Unbekannte Risiken sollte werdende Mütter nicht eingehen. Bisher konnten jedoch keine Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Cannabisprodukten und Frühgeburten, Fehlgeburten oder körperlichen Anomalien beim Ungeborenen festgestellt werden. 

Welche positiven Eigenschaften kann CBD auf den weiblichen Körper haben?

In der Schwangerschaft kann Cannabidiol durchaus günstige Wirkungen entfalten. Zum Beispiel könnte es vorzeitige Wehen lindern oder verhindern. Das wies eine Studie im Jahre 2010 nach. Prinzipiell funktioniert CBD genauso gut wie Medikamente, die schwangeren Frauen zu diesem Zweck verabreicht werden. CBD-Präparate können zudem starke Übelkeit oder Erbrechen lindern, die oft in den ersten Schwangerschaftsmonaten auftreten. Ängste und Schmerzen während Schwangerschaft oder Geburt könnten Linderung erfahren.

Fazit: Darf man während der Schwangerschaft CBD einnehmen?

Im Prinzip dürfen Frauen in der Schwangerschaft CBD einnehmen. Sie sollten dies aber nur nach ärztlicher Indikation, und mit strenger Überwachung tun. Vermeiden sollten Frauen während der Schwangerschaft THC-Konsum, das Einatmen von CBD-haltigen Inhalaten für Verdampfer, oder das Verdampfen von CBD Blüten. Gegenüber hochreinen CBD-Öl, CBD-Kapseln oder CBD-Pasten bestehen weniger Bedenken. 

Erst 2016 gab es eine interessante Meta-Studie durch Dr. Shayna Conner. Sie wollte wissen, ob es nach dem Konsum von medizinischem Cannabis zu nachgeburtlichen Entwicklungsverzögerungen oder anderen Komplikationen kommen könnte. Conner fand jedoch keine Hinweise darauf. Auch zwei ältere Längsschnittstudien, die Dr. Melanie Dreher schon in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts durchführte, zeigten keine nennenswerten Unterschied zwischen Kindern, die bereits wenige Tage nach der Geburt, oder 5 Jahre später Cannabis ausgesetzt waren. 

Unser Fazit ist: Die Widersprüchlichkeit der bisher vorliegenden Studien mahnt zur Vorsicht in der Schwangerschaft. Solange für medizinische Cannabis-Produkte keine Unbedenklichkeit attestiert wird, ist diese nicht als erwiesen anzusehen. 

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